Zwischen den Jahren

Warum wir uns öfter gemütliche Tage gönnen sollten

Zwischen den Jahren – Woher kommt eigentlich dieser wunderschöne Begriff? Und was macht diese Zeit so besonders? 

Stimmungsbild eines Schwebezustands und warum wir uns auch mitten im Jahr mehr Zwischen-den-Jahren-Momente gönnen sollten!

Endlich Zeit, mit den Weihnachtsgeschenken zu spielen! Endlich Ferien!

Als Kind war die letzte Woche des Jahres eine meiner Lieblingswochen. Endlich Zeit, mit den Weihnachtsgeschenken zu spielen. Endlich Ferien! Wenn man Glück hatte, schneite es, und die Vorfreude auf die traditionelle Silvesterfeier bei meinen Großeltern stieg von Tag zu Tag.

Nach Weihnachten vor Erschöpfung eingeschlafen.
Beim Spielen eingeschlafen.

Endlich Raum für Ruhe

Es gibt ein Foto, das meine Mutter von mir gemacht hat. An einem dieser Tage zwischen den Jahren. Ich liege auf dem Boden meines Kinderzimmers, gemütlich zwischen Kuscheltieren und in roter 80er-Jahre-Wollstrumpfhose und bin offenbar beim Spielen eingeschlafen.

Erschöpft von der Vorfreude und Aufregung der Weihnachtstage.

Endlich gab es Raum für Ruhe.

Die Zeit zwischen den Jahren, also die Tage zwischen Weihnachten und dem 1., in manchen Gegenden auch dem 6. Januar, hat eine lange Tradition. Es sind die so genannten Raunächte (so ein wunderschönes Wort, oder?), in denen frühere Generationen still zuhause blieben, auf keinen Fall weiße Wäsche aufhängten (denn die könnte ja von den Feinden als Leichentuch verwendet werden) und das Wetter beobachteten.

Denn das Wetter zwischen den Jahren bestimmte nach altem Glauben das Wetter und damit die Ernte des nächsten Jahres.

Eine Zeit der Bestandsaufnahme

Im Laufe der Zeit wurde aus diesem Aberglauben die Tradition des Innehalten nach einem anstrengendem Jahr und der stressigen Adventszeit. 

Zwischen den Jahren. Eine Zeit der Einkehr, der Rückschau. Des Ausblicks. Eine Zeit des Sortierens. Aufräumen. Eine Zeit der Bestandsaufnahme.

Ich mag die Vorstellung eines solchen Schwebezustands. Eine Zeit, in der man gefühlt über den Dingen und zwischen der Zeit schwebt. Eine Zeit, in der man sich große Gedanken erlaubt oder sich in kleinen Dingen verliert. Schubladen sortiert. Stapel mit alten Urlaubsfotos durchsieht. Ablage macht. Pläne ohne Realitätscheck schmiedet. 

Sich erinnert. An gute Momente und schlechte Tage. 

Eine Zeit, in der man sich Fragen stellt. Fragen, auf die es nicht unbedingt JETZT eine Antwort geben muss. Denn wir befinden uns schließlich in einem Schwebezustand und da darf man sich was trauen. Da gibt es keine Pflicht zum Zuendedenken.

Ziemlich hygge - Tee, Decke, Buch, Sofa: Entspannung pur.
Call it hygge - gemütlich auf dem Sofa.

Machen wir es uns einfach!

Am besten traut man sich ohne Terminstress und To-Dos. Vielleicht im Schlafanzug auf dem Sofa. Eingemummelt in eine Decke. Zu dieser Zeit geht noch Weihnachtstee, oder? Und vielleicht finden wir dazu ein paar gut durchgezogene Kekse im Schrank. 

Machen wir es uns einfach!

Essen das, was da ist. Bestellen Pizza. Oder kaufen auf dem Rückweg vom Spaziergang durch die Winterluft das ein, worauf wir Lust haben. Leben von der Hand in den Mund.

An solchen Tagen entstehen die besten Ideen.

Weil wir frei sind. Laufen lassen. Wann leisten wir uns eigentlich solche Tage? Ganz gleich, ob zwischen den Jahren oder in einer Urlaubswoche mitten im Jahr.

Ladestationen für gute Energie

Wir alle haben ein krasses Jahr hinter uns. Jeder für sich und wir alle zusammen in der Pandemie. Wir sind gestresst, geschlaucht, gefrustet, erschöpft. Zerbröselt. Mütend. Oder einfach nur müde. Und zwischendurch froh. Hier liest Du übrigens, wie mein Jahr war.

Ich liebe die Vorstellung dieses Schwebezustands zwischen den Jahren, kann mich aber schlecht auf solche Gammeltage im Schlafanzug einlassen. Obwohl ich weiß, dass sie mir gut tun. Es fällt mir schwer, den Pause-Knopf zu drücken. Ich bin eher Team Duracell. 

Doch ich habe mir fest vorgenommen, öfter solche Auszeiten einzuplanen. Egal, ob zwischen den Jahren oder mitten im Jahr. An einem schnöden Sonntag im Februar oder einem sonnigen Samstag im September.

Das Leben rast und rinnt und wir rennen mit. Das nächste Jahr wird wieder krass. Sieht jedenfalls sehr danach aus. Wir werden Pausen brauchen. Und Ladestationen für gute Energie.

Es würde uns gut tun, öfter solche Zwischen-den-Jahren-Auszeiten zu nehmen. Und wenn es nur ein Tag ist. Oder ein Nachmittag. Um uns ein Polster an guten Momenten, Wärme und Behütet-sein anzulegen. 

Ein bisschen wie Frederick, die Feldmaus aus dem Kinderbuch, die Sonnenstrahlen für kalte Tage sammelt.

Mein Versprechen an mich selbst: Mehr Seelenmomente sammeln!

Ich habe mir fürs nächste jedenfalls fest vorgenommen, öfter Pausen zu machen und mehr Seelenmomente zu sammeln. Deshalb ist dies hier mein Versprechen an mich selbst. Für mehr Zwischen-den-Jahren-Momente im Alltag!

Und Ihr so? Könnt Ihr gut entspannen? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!

Alles Liebe, Maren

There is a story in everything!

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3 Antworten

  1. Liebe Maren,
    ein wunderschöner, zum Nachdenken einladender Text. Leider arbeite ich zwischen den Jahren weiter, die Tagespflege ist geöffnet und einige Kollegen haben Urlaub. Daher bleibt mir nicht ganz so viel Zeit, diese magischen Momente zwischen den Jahren zu genießen. Umso mehr freue ich mich auf Silvester, Neujahr und den Sonntag danach. Es gibt auch noch ganz viele Jahresrückblicke, die ich lesen möchte. 😉
    Mein nächster Blogpost ist auch schon in Arbeit, das ist dann schon der dritte. Ich bin froh, beim Jahresrückblog mitgemacht zu haben, nur deshalb habe ich jetzt eine Webseite. Und nur deshalb, habe ich dich gefunden. 😃
    Eine schöne Zeit und einen guten Rutsch in ein wunderschönes neues Jahr wünsche ich dir.
    Liebe Grüße
    Nicole

    1. Liebe Nicole,

      danke für Deine liebe Nachricht. Und es ist einfach toll, was Du auf die Beine gestellt hast! Chapeau!

      Ich wünsche Dir auch einen schönen Jahreswechsel und ein gutes und gesundes neues Jahr!

      Schön, dass wir uns über den Jahresrückblog gefunden haben.
      Liebe Grüße! Maren

    2. Liebe Nicole,

      danke für Deine liebe Nachricht. Und es ist einfach toll, was Du auf die Beine gestellt hast! Chapeau!

      Ich wünsche Dir auch einen schönen Jahreswechsel und ein gutes und gesundes neues Jahr!

      Schön, dass wir uns über den Jahresrückblog gefunden haben.
      Liebe Grüße! Maren

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